Gegen prekäre Wohnverhältnisse

Was gegen prekäre Wohnverhältnisse getan werden kann, diskutierte ich mit 120 Fachleuten am Armutsforum. Wir waren uns alle einig: Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum.

Im Mai dieses Jahres habe ich die Frage gestellt, was prekäre Wohnverhältnisse sind. Doch noch viel wichtiger ist wohl die Frage, was dagegen unternommen werden kann. Genau das war Thema am diesjährigen Armutsforum.

Bezahlbarer Wohnraum fehlt
In der Schweiz ist ein grosser Teil der sozialen Unterstützung auf Gemeinde-Ebene organisiert, deshalb kommt den Gemeinden eine besondere Rolle im Einsatz gegen prekäre Wohnverhältnisse zu. Sie unterstützen bei der Wohnungssuche, legen fest, wie viel die Wohnung einer sozialhilfebeziehenden Person maximal kosten darf und müssen eine Lösung finden, wenn einer Familie die Obdachlosigkeit droht. Ein schwieriges Unterfangen, denn bezahlbarer Wohnraum ist im ganzen Kanton Zürich knapp. Neubauten entstehen meist für gut situierte Mietende und Kaufende. Die Folgen: Arme Familien sehen sich gezwungen, in Wohnungen zu leben, die zu klein, in einem schlechten Zustand oder zu teuer sind. Eine enorme Belastung für alle.

Gemeinden in die Pflicht nehmen
Das wirksamste Mittel, um prekäre Wohnverhältnisse zu verhindern, ist mehr bezahlbarer Wohnraum. Doch wie soll der entstehen? Die Gemeinden haben einige Möglichkeiten: Sie können beim Verkauf von Land darauf achten, dass sie nicht einfach an die Meistbietenden verkaufen, sondern den Verkauf an Bedingungen knüpfen. Zum Beispiel, dass ein Teil der neu gebauten Wohnungen preiswert sein muss. Oder sie können gezielt gemeinnützige Wohnbauträger fördern. Immer mehr Gemeinden nutzen diese Möglichkeit. Eigene Landreserven und Liegenschaften zu besitzen, ist äusserst wertvoll. Es gibt den Gemeinden den nötigen Gestaltungsraum, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Deshalb ist die effizienteste Strategie gegen prekäre Wohnverhältnisse, mit den Worten von Nationalrätin Jacqueline Badran, «Kaufen, kaufen, kaufen!».

Wenn Sie sich für das Thema prekäre Wohnverhältnisse interessieren, werfen Sie einen Blick in unsere neue Broschüre «zu wenig Wohnung». Die können Sie hier bestellen.


 

ähnliche Artikel

Keine Kommentare

Rückmeldung hinterlassen