Zugang zu günstigen Mietwohnungen

In einem neuen Forschungsprogramm untersucht das Bundesamt für Wohnungswesen, wie Armutsbetroffene besseren Zugang zu günstigem Wohnraum erhalten können. Für unsere Klientinnen und Klienten eine essenzielle Frage.

Seit 1975 betreibt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) Wohnforschung, welche die Markttransparenz erhöhen und das Wohnraumangebot verbessern soll. Das neue Forschungsprogramm 2012-15 nimmt sich im zweiten Schwerpunkt der „Wohnungsversorgung wirtschaftlich und sozial schwacher Gruppen“ an. Ein Thema, das auch uns beschäftigt: In der Familien- und Schuldenberatung von Caritas Zürich finden sich immer häufiger Klientinnen und Klienten, die ihre Wohnung nur mit Mühe oder nicht mehr bezahlen können, aber keine günstigere Bleibe finden. Das bedeutet, dass die Befriedigung anderer Grundbedürfnisse – Bildung, Gesundheit, Sicherheit – bedroht ist und sie Fürsorgeleistungen wie Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. Im Forschungsprogramm des Bundes heisst es:

Die jüngsten Veränderungen auf den Wohnungsmärkten haben die Wohnungsversorgung jener Gruppen wieder stärker ins Rampenlicht gerückt, die traditionell Mühe haben, sich aus eigener Kraft auf dem Markt zu behaupten. Dazu gehören einerseits Personen und Haushalte, die aufgrund einer prekären Einkommenssituation auf preisgünstige Wohnungsangebote möglichst in der Nähe ihrer Arbeits- und Ausbildungsstätten angewiesen sind. Solcher Wohnraum nimmt infolge von Erneuerungen oder Umwandlungen von Mietwohnungen in Stockwerkeigentum in den Kernstädten laufend ab, und die einkommensschwachen Haushalte müssen ins städtische Umland ausweichen und nicht selten einen verlängerten Arbeitsweg in Kauf nehmen.
Andererseits sind all jene Personen betroffen, die aufgrund ihrer Herkunft, des Gesundheitszustandes, des Unterstützungsbedarfs oder aus anderen Gründen auf dem Markt wenig Chancen haben. Häufig sind solche Personen auch mehrfach benachteiligt, d.h. unvorteilhafte persönliche Umstände und eine prekäre Erwerbs- und Einkommenssituation gehen Hand in Hand.

Lösungen aus der sozialen Arbeit
Wie unser Armutsforum 2011gezeigt hat, gibt es Lösungsansätze aus der sozialen Arbeit. Etwa das professionelle Vermitteln zwischen Vermieterin und Mieterin, damit das aktuelle Mietverhältnis weiterbestehen kann. Oder durch Sozialarbeitende in Immobilienverwaltungen, die bei Problemen eine interne und unkomplizierte Anlaufstelle sein sollen. Doch für strukturelle Lösungen, wie den Zugang zu günstigem Wohnraum, braucht es Entscheidungen der Gesetzgeber. Darum sind wir froh, dass auch das BWO in unserem Sinne forscht. Armutsbetroffene dürfen nun hoffen, denn der Forschungsbericht sagt:

Letztmals wurden vor über 20 Jahren die hier angesprochenen Versorgungsprobleme vertieft untersucht und mögliche Massnahmen vorgeschlagen. Ziel ist es, eine Neueinschätzung der Versorgungssituation vorzunehmen, die bestehenden Massnahmen zu erfassen und bei Bedarf auf ihre Wirkungen zu überprüfen. Ferner sind wenn nötig Überlegungen zu neuen Lösungsansätzen anzustellen, insbesondere auch für kleinere Städte und Gemeinden.

Wir sind gespannt auf die Resultate und werden mithelfen, auch im Kanton Zürich gute Lösungen umzusetzen. Entsprechende Forderungen haben wir bereits an unserem Armutsforum 2011 verabschiedet.

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2 Kommentare

  • Reply Ulmann 24. August 2012 at 15:56

    Sehr geehrte Damen und Herren
    was habe ich für Möglichkeiten um eine Wohnung zu bekommen in/um Zürich?
    Sobald ich meinen Betreibungsauszug beilegen muss, ist es vorbei.
    Ich selber mache einige Freiwilligenarbeiten im sozialen Bereich, mit Erfolg.
    Selber jedoch scheitere ich zu 100% bei der Wohnungssuche durch mein Dossier.

    Können Sie mir Tips geben?

    besten Dank

    L.Ulmann

    • Reply Ariel 24. August 2012 at 16:02

      Guten Tag L. Ulmann

      Wir bei Caritas Zürich haben keine Wohnungen, die wir vermitteln können. Doch der Verein Domicil kann Ihnen vielleicht weiter helfen: http://www.domicilwohnen.ch/

      Herzliche Grüsse
      Ariel

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