Wie wohnen ohne Geld?

Günstiger Wohnraum wird im Kanton Zürich knapper. Doch jeder Mensch wohnt. Irgendwo. Irgendwie. Und immer häufiger in prekären Situationen. Was ist das eigentlich, eine prekäre Wohnsituation? Fragen zu einem drängenden Problem.

Seit ich meine Arbeit bei der Caritas Zürich Anfang Jahr begonnen habe, setze ich mich intensiv mit dem Thema «Wohnen» auseinander. Meine Aufgabe ist es, eine Studie zur Wohnsituation Armutsbetroffener im Kanton Zürich zu erarbeiten. In zahlreichen Interviews mit Expertinnen und Betroffenen gehe ich dem Thema auf den Grund: Wie wohnen Menschen mit kleinem Budget im Kanton Zürich? Was passiert, wenn man plötzlich umziehen muss, weil das Haus abgerissen oder die Miete nach einer Totalsanierung unbezahlbar wird? Wie und wo findet man eine neue Wohnung? Welchen Beitrag leisten die Zürcher Gemeinden, der Kanton und Organisationen wie die Caritas Zürich, damit Armutsbetroffene heute und in Zukunft würdig wohnen können?

Was können wir tun?
Unsere Grundlagenarbeit hilft uns dabei, eine starke und glaubwürdige Lobby für Armutsbetroffene im Kanton Zürich sein zu können. Wir wissen: Es braucht dringend mehr günstigen Wohnraum für Menschen mit kleinem Budget. Doch es braucht Zeit, diesen bereit zu stellen. Umso wichtiger ist es, dass die betroffenen Menschen bereits heute Unterstützung erfahren. Caritas Zürich ermöglicht zum Beispiel durch das Projekt «mit mir», eine Auszeit für Kinder, die in prekären und engen Wohnsituationen leben. Den Kindern tut sich dadurch eine neue Welt auf, ihre Familien werden im Alltag entlastet.

Mindestwohnraum jetzt!
Momentan wird in der Schweiz rege über die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften diskutiert. Immer häufiger stelle ich mir die Frage, ob sich diese Forderung auch auf das Wohnen übertragen lässt. In eine Forderung nach minimalem Wohnstandard, der allen ermöglicht, ein würdiges Leben zu führen – Eine Forderung nach Mindestwohnraum. Doch wie soll dieser Mindestwohnraum aussehen?

Prekäre Wohnsituation – was ist das?
Ist es die Anzahl Quadratmeter pro Person, welche bestimmt, ob eine Wohnsituation zumutbar ist? Oder sind es gesundheitsschädliche Faktoren wie konstanter Lärm, schlechte Isolation oder Schimmel, die eine Wohnsituation prekär werden lassen? Oder ist es die Miete, die ein riesiges Loch ins Haushaltsbudget reisst? Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch die wohnenden Menschen genauer verstehen. Eine junge Person, welche immer unterwegs ist, hat andere Anforderungen an eine Wohnung als eine Familie mit Kindern oder eine ältere, gehbehinderte Person. Wie ist es bei Ihnen? Wohnen Sie gut? Was sind Ihre Mindestanforderungen an eine Wohnung? Und ab wann denken Sie, ist eine Wohnsituation prekär?

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